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„Vergebens ist die Flucht vor der Realität. Über kurz oder lang holt das Leben uns ein.“ heißt der Aphorismus, dem Wilfried Besser den Titel für sein neues Buch entnommen hat. Und in der Tat, die Realität des Alltags in all ihren Facetten liefert den Rohstoff, aus dem der Recklinghäuser Autor seine Texte bastelt. Texte, die erheitern oder nachdenklich stimmen, die dem Leser Zustimmung entlocken oder seinen Widerspruch wecken. Hauptsache sie lassen ihn nicht gleichgültig. Auf 104 Seiten finden sich neben den mehr als 200 neuen auch eine Handvoll bekannter Aphorismen aus seinen früheren Büchern sowie einige dazu passende Gedichte, zu Themen, die keinem von uns fremd sind.
Wilfried Besser, Jahrgang 1951, schreibt seit seiner Jugend Lyrik, Satire und Kurzgeschichten. Vor 15 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Aphorismus. Er begann Texte zu veröffentlichen und aktiv an Lesungen teilzunehmen. 2000 erschien sein erster Aphorismenband „Was ist schon die Realität gegen die Wirklichkeit?“. Es folgten „Bis hierher und noch weiter“ (2002) sowie „Vom Dasein und Hiersein“ (2005). 2003 wurde er mit der Vestischen Literatureule ausgezeichnet; 2010 gewann er den „Zweiklang-Wettbewerb“ von Deichradio Schwanenwede. Seine Texte wurden auf CDs, in Anthologien und Kalendern, auf Postkarten, in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht. Der gebürtige Hildesheimer ist verheiratet, Vater zweier Kinder und lebt seit 1984 in Recklinghausen, wo er in der Marketingabteilung einer Sparkasse arbeitet.
SCHNUPPERTEXTE: "Humor sollte er haben,
stand in ihrer Kontaktanzeige.
Der war auch nötig, um
sie zu ertragen."
"Manche lernen nichts dazu,
nicht einmal aus ihren Fehlern.
Dabei begehen sie genug."
"Für den Teufel
ist die Hölle der Himmel."
"Leichter Schlaf
macht schwere Träume."
"Wer seine Ansprüche
ständig nach oben schraubt,
genügt ihnen bald selbst
nicht mehr."
"Gekaufte Freunde sind
aufrichtig wie Falschgeld."
"Worte wie Waffen
ergeben ausgezeichnete
SprengSätze."
"Ab einem gewissen Alter
passen HAPPY und BIRTHDAY
nicht mehr so recht zusammen."
"Er wünschte ihr
die Pest an den Hals,
sie ihm alles Pech dieser Welt.
Dabei hatten sie doch
schon einander."
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